LÖRRACH. "Klimaschutz konkret – Wie gelingt nachhaltige Mobilität?" Diese Frage bestimmte die CDU-Zuhör-Tour am Mittwochabend im Alten Rathaus in Lörrach. Der angehende Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Verkehrswesen, Samuel Roths, präsentierte Anforderungen und Herausforderungen für Mobilität in Lörrach und im Landkreis. Gudrun Heute-Bluhm, Lörracher Alt-Oberbürgermeisterin und Mitglied des Bundesvorstands der CDU, betonte die Notwendigkeit einer Strategie über Parteigrenzen hinweg. CDU-Kreisvorsitzender Jürgen Rausch erwartete von dem Abend nicht die perfekte Lösung zu finden, sondern erhoffte sich von der Diskussion spannende Fragen fürs weitere Vorgehen.

Drei zentrale Anforderungen an nachhaltige Mobilität

Roths stellte zentrale Anforderungen an eine nachhaltigere Mobilität vor. Bürger, gerade im ländlichen Raum, müssten angebunden, effektive Maßnahmen zu vertretbaren Kosten umgesetzt und nachhaltig gestaltet werden. Das bedeute auch, auf die Bedürfnisse der Menschen für Mobilität einzugehen, wie etwa entspannt zur Arbeit zu kommen, unkompliziert von A nach B zu kommen oder nach der Arbeit noch einkaufen zu gehen.

Um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu gestalten, schlug Roths einen Grundtakt von 60 Minuten, die Überlagerung von Buslinien zu Stammstrecken, die Anbindung von Orten im Rahmen von Überlandlinien und die Abstimmung von Anschlüssen vor. "Der ÖPNV muss regelmäßig, zuverlässig und schnell sein", sagte er.

Er präsentierte eine neue Vertaktung für den Dinkelberg, die einen Halbstundentakt mit besserer Anbindung an die Bahn und mit kleineren Gemeinden ermöglichen würde. Angebote wie Leihfahrräder, Carsharing, Park and Ride, Busse und Bahnen müssten miteinander verknüpft werden. Durch Bike and Ride-Parkplätze für Fahrräder an Bahnhöfen könnte deren Reichweite deutlich erhöht und diese somit für mehr Menschen attraktiv gemacht werden.

Roths ging auf die Probleme mit den Schranken an der Bahnlinie, besonders an der Baumgartnerstraße, ein. Weil Autofahrer dort aus allen Richtungen aufeinander treffen, führe nur eine Stelle, an der es stockt, zur Blockade des ganzen Bahnübergangs. Eine Option sei es, die Brühlstraße als Einbahnstraße nur für den Verkehr in Richtung Basel freizugeben und dafür die Kreuzstraße nur in die entgegengesetzte Richtung für Autofahrer zur Verfügung zu stellen. Dort könnten gesonderte Radwege installiert werden.

Heute-Bluhm fand, die Diskussion über Verkehr sei deutlich bunter geworden. Nun gelte es, konkret zu werden und Grabenkämpfe zwischen Parteien hinter sich zu lassen. Die Praktikabilität und Finanzierbarkeit von Maßnahmen müssten im Vordergrund stehen, nicht deren parteipolitische Herkunft. Wichtig sei dabei, den ländlichen Raum mitzunehmen und Menschen nicht mit Zwang, sondern attraktiven Angeboten zum freiwilligen Umsteigen zu bewegen. Gerd Wernthaler (Grüne) forderte ebenfalls konkrete Maßnahmen und die Verkehrswende gemeinsam zu erreichen.

Totaler Umstieg auf Elektroautos ist keine Lösung

Debattiert wurden auch Alternativen zur E-Mobilität. Wenn alle auf Elektroautos umsteigen würden, so Roths, brauche man in Deutschland 30 Prozent mehr Strom. Wasserstoff biete bessere Energiespeichermöglichkeiten als herkömmlicher Strom. Bernhard Escher (CDU) sagte, man könne nicht das bisherige Angebot einfach zerstören. Auch er sprach sich für ein parteiübergreifenden Vorgehen aus. "Es gibt nicht die eine Lösung", stellte Roths am Ende klar. Die Mobilität der Zukunft brauche ein Maßnahmenpaket. Nun gelte es, die Bedürfnisse der Menschen herauszufinden und im Dialog nach Lösungen zu suchen.

Der Vortrag von Samuel Roths soll in nächster Zeit auch auf der Webseite der CDU Lörrach zugänglich sein.

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